| Botanischer Name | Lepidium meyenii (Walp.) |
| Familie | Brassicaceae (Kreuzblütler) |
| Herkunft | Peru – Regionen Junín und Pasco, 3.800–4.500 m ü. M. |
| Ernte | Mai–August (Haupternte Juli–August) |
| Handelsformen | Wurzel geschnitten / Scheiben, Pulver roh, Pulver gelatinisiert, Extrakt 4:1 / 10:1 |
| Zertifizierungen | EU-Bio, NOP (USDA), Fairtrade (vereinzelt) |
| Preisrange | 23–45 €/kg Pulver (ab 1 kg, Stand 2025/26) |
Botanik und Herkunft
Maca (Lepidium meyenii) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist damit näher mit Rettich, Kohl und Kresse verwandt als mit den meisten anderen Superfood-Rohstoffen. Die Pflanze bildet eine flache, rübenartige Knolle aus – botanisch korrekt ein Hypokotyl – die je nach Ökotyp gelblich, rötlich oder schwarz gefärbt ist. Oberirdisch bleibt sie mit rund 20 cm Wuchshöhe bescheiden.
Das Anbaugebiet ist geografisch eng begrenzt: Maca gedeiht in nennenswerter Qualität ausschließlich auf dem peruanischen Altiplano in Höhenlagen zwischen 3.800 und 4.500 Metern, primär in den Regionen Junín und Pasco. Anbauversuche in geringeren Höhen – unter anderem in Deutschland und den USA – haben bisher keine vergleichbare Wurzelausbildung erzeugt. Die extreme UV-Strahlung, Temperaturschwankungen zwischen -10 °C nachts und +13 °C tagsüber sowie nährstoffarme, vulkanische Böden dieser Höhenlage gelten als mitverantwortlich für das spezifische Inhaltsstoffprofil.
Peru hat Maca als nationales genetisches Erbe eingestuft. In den 2010er-Jahren wurden weltweit rund 1.700 Maca-bezogene Patentanmeldungen identifiziert, von denen 75 % aus China stammten – ein Hintergrund, der die Bedeutung belastbarer Herkunftsnachweise beim Einkauf unterstreicht.
Anbau und Ernte
Die Aussaat erfolgt mit Beginn der Regenzeit ab Oktober. Nach einer Vegetationsperiode von acht bis neun Monaten beginnt die Ernte von Mai bis August – mit der Hauptsaison in Juli und August während der Trockenzeit. Da Maca die Böden stark beansprucht, wird traditionell eine Fruchtfolge von zehn Jahren eingehalten: ein Jahr Anbau, neun Jahre Brache.
| Phase | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Aussaat | ||||||||||||
| Wachstum | ||||||||||||
| Ernte | ||||||||||||
| Trocknung |
Nach der Ernte werden die Knollen mehrere Wochen lang an der Hochgebirgssonne getrocknet. Ziel ist ein Feuchtigkeitsgehalt unter 8 % – Voraussetzung für stabile Langzeitlagerung und Exportfähigkeit. Dieser Trocknungsprozess ist auch chemisch relevant: Während der Sonnentrocknung entstehen durch enzymatische Reaktionen Macamide, die zu den charakteristischen bioaktiven Verbindungen der Wurzel zählen.
Biologischer Anbau ist in den Hauptanbaugebieten weit verbreitet, da Unkraut und Schädlinge im Hochgebirgsklima kaum vorkommen. Formale EU-Bio- und NOP-Zertifizierungen sind verfügbar; über 480 Hektar in Junín sind nach EU-Öko-Verordnung zertifiziert (Stand 2024).
Qualitätsrelevanter Hinweis: Hochgelegene Andenböden können erhöhte Schwermetallwerte (Blei, Kadmium) aufweisen. EU-Importeure sollten Laboranalysen für Schwermetalle, Pestizidrückstände und mikrobiologische Parameter standardmäßig einfordern.
Handelsformen und Spezifikationen
Im B2B-Handel ist Maca in folgenden Formen erhältlich – die Wahl der Form hat direkte Auswirkung auf Preis, Verdaulichkeit, Geschmack und Verarbeitungseignung.
Getrocknete Wurzel (geschnitten oder als Scheiben) Die minimal verarbeitete Form. Relevant für Unternehmen, die eigene Mahlprozesse betreiben oder spezifische Partikelgrößen benötigen. Standardvorgabe Feuchtigkeitsgehalt ≤ 8 %.
Rohes Pulver Getrocknete, gemahlene Wurzel ohne weitere Verarbeitung. Enthält alle natürlichen Stärkeanteile – das schränkt die Verdaulichkeit ein und erzeugt einen intensiv erdigen Eigengeschmack. Geeignet für Kapseln und Anwendungen, in denen Geschmack keine Rolle spielt.
Gelatinisiertes Pulver Rohes Pulver wird einem Extrusionskochverfahren unterzogen, das die Rohstärke aufschließt. Ergebnis: bessere Verdaulichkeit, deutlich reduzierter Eigengeschmack, höhere Konzentration bioaktiver Verbindungen pro Gramm (da Stärke teilweise entfernt wird). Bevorzugte Form für Lebensmittelanwendungen, Smoothie-Mischungen und Riegel. Zielwert Gelatinierungsgrad: >80 % (per Stärketest verifizierbar). Hinweis: der Begriff leitet sich von der Stärkegelatinierung ab – das Verfahren ist vegan und enthält keine tierische Gelatine.
Extrakte (4:1 / 10:1) Höchste Konzentration aktiver Verbindungen pro Gramm, typisch für Kapseln und Tabletten. Standardisierung nach Macamid-Gehalt ist möglich (HPLC-Analyse; Richtwert ca. 0,6–1,2 mg/g), erfordert Abstimmung mit dem Lieferanten.
Farbvarianten als Handelskategorie
| Farbe | Anteil Ernte | Relative Preislage |
|---|---|---|
| Gelb / Creme | ca. 60–65 % | Basis |
| Rot / Rosé | ca. 20–25 % | +20–30 % |
| Schwarz | ca. 10–15 % | +30–50 % |
Die Preisunterschiede spiegeln primär die Verfügbarkeit wider. Eine industriell belastbare Differenzierung der Inhaltsstoffprofile nach Farbe ist wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt.
Qualitätsstufen und Zertifizierungen
EU-Bio (Verordnung EU 2018/848): Pflichtgrundlage für Bio-Deklaration auf Endprodukten im europäischen Markt.
NOP (USDA National Organic Program): Für Doppelexport EU/USA relevant. Durch gegenseitige Anerkennung oft in Kombination mit EU-Bio erhältlich.
Fairtrade / Fair for Life: Vereinzelt verfügbar, bedeutet Aufschlag von 15–25 %. Im Rohstoffhandel noch kein Standard, im Endproduktmarkt zunehmend nachgefragt.
Konventionelle Ware ohne Zertifizierung ist günstiger, aber für Bio-Endprodukte nicht verwendbar.
Marktinformation und Preise
Maca-Pulver wird im internationalen Rohstoffhandel überwiegend in Säcken à 20–25 kg gehandelt. Mindestbestellmengen liegen je nach Lieferant bei 20–200 kg für Pulver.
Orientierungswerte für den europäischen Großhandel (Stand 2025/26):
| Form | Bio | Konventionell |
|---|---|---|
| Wurzel geschnitten | ca. 27–30 €/kg | ca. 18–22 €/kg |
| Pulver roh | ca. 25–30 €/kg | ca. 18–23 €/kg |
| Pulver gelatinisiert | ca. 30–38 €/kg | ca. 23–28 €/kg |
| Extrakt 4:1 | auf Anfrage | auf Anfrage |
Indikationswerte ab ca. 1 kg; Schwankungen je nach Ernte, Wechselkurs und Menge möglich. FOB-Exportpreise ab Peru liegen deutlich darunter (2024: 5–12 USD/kg für Pulver, Quelle: Tridge).
Preisentwicklung Maca · Peru Export
Stabiler Nischenmarkt
Maca wird hauptsächlich regional konsumiert und in kleinen Mengen exportiert. Primäre Abnehmer: NEM-Hersteller in USA und Europa.
Preisschock durch chinesische Nachfrage
Chinesische Händler kaufen direkt bei peruanischen Bauern auf – teils zu 4–8-fachen Marktpreisen. Exportvolumen steigt stark, Ware wird knapp für westliche Käufer.
Quelle: The Maca Team, Marktbericht 2014Einbruch durch chinesische Eigenproduktion
China beginnt Eigenanbau in geringeren Höhenlagen. Überangebot drückt Weltmarktpreise. Perus Exportwert fällt auf 12,4 Mio. USD (2019).
Quelle: Statista / SIICEX PeruKonsolidierung, Qualität differenziert den Preis
Exportpreise stabilisieren sich auf niedrigem Niveau. Herkunft (Peru vs. China), Verarbeitungsform und Zertifizierung bestimmen Preisunterschiede zunehmend.
Quelle: Tridge, Peru Maca Powder Export Prices 2023–2024Versorgungsrisiken: Da Maca ausschließlich in einem eng begrenzten geografischen Gebiet angebaut wird, ist das Angebot ernte- und wetterabhängig. Aufgrund der Bodenbelastung ist auch die anbaubare Fläche langfristig begrenzt. Eine Lieferantenstrategie mit mehreren Quellen ist empfehlenswert.
Anwendungsbereiche

Maca-Rohstoffe finden primär Einsatz in:
- Nahrungsergänzungsmittel (Kapseln, Tabletten, Pulver) – größtes Marktsegment
- Functional Food (Proteinriegel, Cerealien, Smoothie-Mischungen, Porridge) – gelatinisiertes Pulver bevorzugt
- Getränke (Pulvermischungen, Sportgetränke, Instantgetränke)
- Naturkosmetik (vereinzelt als Wirkstoff)

Regulatorischer Hinweis: Health Claims sind für Maca nach aktuellem EU-Stand nicht zugelassen (Stand 2026). Produktkennzeichnung und Marketingmaterialien müssen dies berücksichtigen. Für die Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln gilt die NEM-Richtlinie 2002/46/EG sowie die LMIV 1169/2011.
Quellen: Wikipedia (Lepidium meyenii); Frontiers in Soil Science 2024 (DOI 10.3389/fsoil.2024.1419745); Tridge Peru Maca Powder Export Prices 2023–2024; Statista / SIICEX Peru Exportwert 2014–2020; The Maca Team Marktbericht 2014; Nutrada B2B Maca Guide 2026.
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